Surfschulen

Es gibt mittlerweile zahlreiche Surfschulen entlang der europäischen Atlantikküste, den Kanaren, Marokko und auch weiter weg. Jedes Jahr kommen viele neue hinzu, einige sind bereits im Folgejahr verschwunden. Um in diesem Chaos eine Übersicht zu behalten, vergibt der DWV ein Gütesiegel für DWV-anerkannte Wellenreitschulen.

Gemäß den Grundsätzen der Sicherheit und Qualität der Schulung sowie einer Mindestanforderung an die Ausstattung, können Surfschulen einen Antrag auf Anerkennung stellen, der vom DWV eingehend geprüft wird. Die offiziellen Richtlinien, die DWV-anerkannte Surfschulen zu erfüllen haben, finden sich in ihrem aktuellen Stand etwas weiter unten auf dieser Seite. Zunächst jedoch eine Übersicht der aktuell anerkannten DWV Wellenreitschulen.

Surfschulen, die sich auch für eine DWV-Anerkennung interessieren, wenden sich bitte per Kontaktformular an uns.
Frankreich

01 – Carcans Plage

02 – Mimizan Plage

03 – Contis Plage

Go4Surf, go4surf.com

04 – Saint Girons Plage

first SURF, first-surf.de
Quiksilver Surfcamp St. Girons, puresurfcamps.de

05 – Moliets Plage

Wavetours, wavetours.com
Quiksilver Surfcamp Moliets, puresurfcamps.de

06 – Vieux Boucau

Wavetours, wavetours.com
first SURF, first-surf.de

07 – Seignosse

Wavetours, wavetours.com

Spanien

08 Langre

Liquid Surf, liquid-surf.com

09 – San Vincente de la Barquera

surfnsoul.com, surfnsoul.com

Portugal

10 – Peniche

Maximum Surf Camp, maximumsurfcamp.com

Kanaren

11 – Fuerteventura, Corralejo

Aloha Surf Academy, alohasurfacademy.com

12 – Lanzarote, Famara

Clandestino, clandestino-surf-adventure.com

DWV-Richtlinien für die Anerkennung von Wellenreitschulen

Vorwort: Jeder Verstoß gegen die Siegel-Richtlinien wird vom DWV überprüft und ggf. öffentlich bekannt gegeben. Wiederholte Verstöße können vom DWV nach den Richtlinien des Sanktionskatalogs bestraft werden. Alle Strafzahlungen werden vom DWV unmittelbar in das Budget zur Jugendarbeit integriert oder alternativ für wohltätige Zwecke gespendet. Ein unmittelbarer Entzug des DWV-Siegels ist bei besonders schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen gegen die Siegel-Richtlinien möglich. Die Anerkennung gilt ansonsten stets für ein Kalenderjahr.

1. Schulleitung

Jeder Schulstandort muss von einer Person (m/w) geleitet werden, die eine gültige Surfinstructor Level II Lizenz des DWV (oder Äquivalent) besitzt. Dem Standortleiter obliegt die Entscheidung über eventuelle Risiken in Übungssituationen. Er trägt, unabhängig davon ob er Angestellter oder Besitzer einer Wellenreitschule ist, die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Schüler (m/w).

2. Materialausstattung

Die Schule muss zu jedem Zeitpunkt über eine der maximalen Schulungsgruppengröße entsprechenden Auswahl an Übungsmaterial verfügen, sodass sich zu keinen Zeitpunkt mehrere Schüler das selbe Übungsmaterial teilen müssen. Zum Übungsmaterial zählen wellenreittaugliche, den Wassertemperaturen angepasste Neoprenanzüge und Surfboards inkl. Finnen, Leash und Wachs. Die Surfboards müssen auf die unterschiedlichen Voraussetzungen (Alter, Gewicht, Größe, Leistungsfähigkeit) der Schüler abgestimmt sein. Für den Anfängerunterricht sollten Malibu-Softboards bevorzugt werden.

Für den theoretischen Unterricht muss die Schule eine Auswahl an geeigneten Unterrichtsmedien, wie z.B. Videokamera, Projektionsgeräte, Schautafeln, Pinboards, Demo-Modelle o. Ä. nachweisen können.

3. Übungsleiter und Schüler-Lehrer-Schlüssel

Praktischer Surfunterricht am Meer ist stets von einem Übungsleiter (m/w) mit gültiger Surfinstructor Level II Lizenz des DWV (oder Äquivalent) zu leiten. Ein Schüler-Lehrer-Schlüssel von 8:1 darf unabhängig von der Gruppengröße nicht überschritten werden. Zur Einhaltung des Schlüssels dürfen hierbei auch assistierende Übungsleiter mit gültiger Surfinstructor Level I Lizenz des DWV (oder Äquivalent) angerechnet werden.

4. Sicherheit und erste Hilfe

Die Strandwacht muss über die Anwesenheit der Schulungsgruppe am Strand unterrichtet sein. Beim praktischen Surfunterricht am Meer muss für jede Schulungsgruppe ein Erste-Hilfe-Koffer, ein mobiles Telefon und ein angemessenes Rettungsbrett verfügbar sein. Anfängerunterricht sollte stets an bewachten, leicht zugänglichen Stränden erfolgen. Findet der Anfängerunterricht an unbewachten Stränden statt, so muss im Notfall eine schnelle telefonische Verbindung zu den Rettungsdiensten hergestellt werden können.

Alle Übungsleiter müssen das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (DRSA) Bronze der DLRG (oder Äquivalent) besitzen. Die den Unterricht leitenden Surfinstructor Level II Übungsleiter müssen das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (DRSA) Silber der DLRG (oder Äquivalent) besitzen. Alle Übungsleiter müssen den Nachweis über eine Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Lehrgang des Deutschen Roten Kreuz (oder Äquivalent) besitzen. Die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Lehrgang muss von allen Übungsleitern spätestens alle zwei Jahre wiederholt werden.

Der Schulleiter hat am Schulungsstandort ein Logbuch zu führen, aus dem in einer täglichen Auflistung für jede Schulungsgruppe sowohl die Anwesenheit der Übungsleiter und der Surfschüler, die Inhalte des Unterrichts als auch die Umstände eines eventuellen Schadensfalles nachzuvollziehen sind.

5. Qualitätsstandard des Unterrichts

Die Schüler müssen auf Risiken und Gefahren des Wellenreitens hingewiesen werden. Insbesondere wird ihnen deutlich gemacht, dass Surfen Übung erfordert und das Risiko stark von den jeweils aktuell vorherrschenden Bedingungen abhängt.

Die Mindestanforderungen an einen Anfängerkurs, unabhängig seiner Länge, bestehen in der ausführlichen theoretischen Einweisung in die folgenden Themen:

  • Strömungen
  • Revierkunde
  • Notfallverhalten
  • Vorfahrtsregeln
  • Sturzverhalten

Das Bewegungslernen in einem vollständigen Anfängerkurs soll methodisch-didaktisch gestaltet sein und mit Theorievorträgen über die Hintergründe von Wetter, Wellen, Gezeiten und Strömungen aufbereitet sein. Zudem müssen ausführliche Informationen zu folgenden Sicherheitsthemen gegeben werden:

  • Umgang mit Material beim Transport und im Wasser
  • Umgang mit Strömungen
  • Verhalten in Notfällen
  • Internationale Wellenreitregeln, bspw. Kollisionsvermeidung, Vorfahrtsregeln
  • Strandordnung, ggf. in Kooperation mit der Strandwacht
  • Umweltbewusstes Verhalten

6. Mitgliedschaft und Außendarstellung

Die Zertifizierung einer Surfschule mit dem Siegel „DWV-anerkannte Surfschule“ erfolgt stets für jeweils einen konkreten Schulstandort. Surfschulen, die unter gleichem Namen oder vom gleichen Anbieter an mehreren Standorten betrieben werden, allerdings nur einzelne Standorte unter dem Siegel „DWV-anerkannte Surfschule“ zertifiziert haben, dürfen in Außendarstellung und Bewerbung nur diejenigen Schulungsangebote unter dem Siegel der „DWV-anerkannten Surfschule“ bewerben, die eindeutig den vom DWV anerkannten Surfschulen zuzuordnen sind.

Auch bei Kooperationen mit Reiseveranstaltern oder ähnlich gearteten Dritten müssen die Leistungen für jeden einzelnen Surfschüler des DWV-anerkannten Surfschul-Standortes stets den Siegel-Richtlinien entsprechen.

Leistungsangebote und Preise sind von DWV-anerkannten Surfschulen stets offen und unmissverständlich in der Werbung darzulegen. Zu jeder Preisangabe muss unmittelbar und unmissverständlich ersichtlich sein, welcher Leistungsumfang im Preis enthalten ist.

7. Haftung

Der DWV haftet nicht gegenüber Ersatzansprüchen der DWV-anerkannten Surfschulen oder deren Schüler, unabhängig davon aus welchem Rechtsgrund Ansprüche erhoben werden.

8. Schlussbestimmungen

Die Schulleiter aller DWV-anerkannten Wellenreitschulen oder deren bevollmächtigte Vertreter sind verpflichtet am jährlichen Schulleitertreffen des DWV persönlich teilzunehmen.

Für Streitigkeiten aus dem Rechtsverhältnis zwischen dem DWV und den DWV-anerkannten Wellenreitschulen gilt das deutsche Recht. Der Gerichtsstand ist der Sitz des DWV in Köln.

Stand: 23. März 2011

 

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