Deutschland belegt 10. Platz bei den ISA Bodyboard World Surfing Games
Geschrieben von Jens // 9. Dezember 2011 // Rubrik: Aktuell, Verbandsnews // Keine Kommentare
Die Sensation bei den ISA Bodyboard World Surfing Games auf Gran Canaria (die Olympiade des Bodyboardens) waren auf jeden Fall die Rinder-Geschwister, Alexandra und Oliver vom Team Germany, die beide Bronze für Deutschland holen konnten – das beste Ergebnis in der Geschichte von Team Germany bei den ISA World Surfing Games!
Der Contest fand an den ersten Tagen auf einer der wohl radikalsten Wellen dieser Welt statt: El Fronton, bekannt für große Barrels und radikale Rampen, um große Airs zu machen. Nach einigen kleineren Verletzungen verschiedener Fahrer wurde der Contest aber auf eine Welle namens La Guancha verlegt, die zwar nicht ganz so extrem wie El Fronton ist, aber aber auch Barrel und ein enormes Potential bietet, um super große Airs zu machen, wie es Alexandra und Oliver in ihren Heats bewiesen. Team Germany bestand bei diesen ISA World Surfing Games aus zwei Geschwisterpaaren: Alex und Oli Rinder sowie die Prieto-Brüder Pablo und Yamir. Sie alle trainieren auf Teneriffa, da sie dort aufgewachsen sind, stammen aber alle aus “good old Germany” ; )
Alexandra hat es mit gerade einmal 13 Jahren geschafft, in der Women Open Division die Bronze-Medaille für Deutschland zu holen. Sie beeindruckte bereits im Semi-Finale, in dem sie die Weltmeisterin Isabela aus Brasilien in die Hoffnungsrunde schickte und gemeinsam mit der französischen Teamriderin Anne direkt ins Finale fuhr. Dort surfte sie dann wieder gegen die Französin, die Brasilianerin und Ruth aus Venezuela. Alexandra ist die jüngste Teilnehmerin, die je bei den ISA World Surfing Games an den Start ging, und musste nicht nur gegen starke Gegnerinnen kämpfen, sondern auch gegen große, verblasene Wellen – und das alles an einem Spot mit viel Strömung und einem sehr scharfem Riff. Trotz dieser schwierigen Bedingungen schaffte sie die Sensation des Events und holte sich mit großen Airs und zahlreichen 360s Platz 3 in der Open Women-Klasse.
SectionsAlexandras Bruder Oliver war die zweite Sensation, denn mit erst 17 Jahren schaffte auch er es bei den Junioren auf Platz 3. Nur Oliver und der Spanier Eduardo, der schließlich Weltmeister wurde, schafften es tatsächlich direkt bis ins Finale ohne Hoffnungsrunden surfen zu müssen. Schon im Semi-Finale hielt Oliver seine Teamkollegen in Atem, die ihn anfeuerten, als er seine riesigen Signature Backflips auf linken Wellen machte und somit einen seiner Hauptgegner, Maxime aus Frankreich, in die Hauptrunde schickte.
Im Finale surfte Oliver dann gegen den Spanier Eduardo, Anass aus Marocco und Mathias aus Chile. Oli zeigte mit krassen Airs erneut, was er drauf hatte, und obwohl er bis zum Ende kämpfte, fehlten ihm lediglich 0,67 Punkte für den zweiten Platz. Aber er freute sich auch über Bronze, und das ganze Team war mehr als stolz auf seine Hochglanz-Leistung.
Die Prieto-Brüder, die in der Open und Dropknee Class starteten, hatten leider nicht das gleiche Glück und mussten sich schon sehr früh vom Contest verabschieden. Genauso wie Pablo Prieto, landete auch Yamir Prieto leider nur auf dem 25. Platz, nachdem es in der zweiten Hoffnungsrunde nur für den dritten Platz reichte. Pablo hatte schon bei der Eurosurf in Irland ein beeindruckendes Training hingelegt und galt mit als einer der Favoriten für diesen Contest, nur leider fehlte in seinem letzten Lauf eine gute Welle, um weiterzukommen, da seine Wellenauswahl leider nicht die beste war. Yamir ging es nicht viel besser, auch er hatte mit den Wellen zu kämpfen, zwar gelang es ihm, den Irländer auf Platz 4 hinter sich zu lassen, aber leider fehlten ihm in seiner letzten Hoffnungsrunde knappe 0,01 Punkten für den 2. Platz, und er schaffte es damit nicht in die nächste Runde. In der Dropknee Class erging es Yamir ähnlich: Zwar konnte er in Hoffnungsrunde 1 den Fahrer aus Irland besiegen, aber in Hauptrunde 2 schaffte er es leider nicht auf den 2. Platz.
Team Germany kam bei den diesjährigen ISA Bodyboard World Surfing Games von 21 Nationen auf Platz 10, platzierte sich direkt hinter Brasilien und kann stolz behaupten, dass es viele bekannte Surf-Nationen wie zum Beispiel Südafrika, Peru, Venezuela und auch Großbritannien hinter sich gelassen hat. Ein historisches Ergebnis für die deutsche Surfszene und das bis jetzt mit Abstand beste Ergebnis auf einem ISA World Surfing Event. Das ganze Team ist nun äußerst motiviert und fängt schon wieder fleißig an, für die nächste WM zu trainieren. Wir sind sehr dankbar für jede Art von Unterstützung, vor allem nach diesem historischen Ergebnis für das deutsche Surfen.
(Text & Fotos: Yamir Prieto)











